Ist die Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll und notwendig?

Sinnvolle Absicherung durch Berufsunfähigkeitsversicherung

Tim Reckmann / pixelio.de

Das Risiko, einmal berufsunfähig zu werden, wird stark unterschätzt. In Umfragen sieht regelmäßig nur eine kleine Minderheit der Teilnehmer für sich die Gefahr, vorzeitig aus dem Beruf ausscheiden zu müssen. Und viele wähnen sich im Falle des Falles durch das Sozialversicherungssystem geschützt. Beides ist ein großer Irrtum. Die Berufsunfähigkeit ist ein existenzielles Risiko, für das private Vorsorge nötig ist, siehe auch http://www.berufsunfaehigkeitsversicherung-testsieger.de/bu-sinnvoll/

Berufsunfähigkeit – unterschätztes Risiko

Tatsächlich wird im Schnitt rund jeder vierte Arbeitnehmer vor dem Renteneintritt längere Zeit oder dauerhaft berufsunfähig. Dabei gibt es große Unterschiede bei den Berufsgruppen. In Berufen mit harter körperlicher Arbeit oder starken psychischen Belastungen scheiden sehr viel mehr Beschäftigte vorzeitig aus als bei Tätigkeiten, die weniger herausfordernd sind. Auf einen gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente können dabei nur noch vor 1961 Geborene rechnen, spätere Jahrgänge müssen sich mit der sogenannten Erwerbsminderungsrente begnügen. Sie wird unter sehr viele engeren Voraussetzungen gewährt und beträgt auch bei voller Höhe nur ein gutes Drittel des letzten Bruttoeinkommens.

Wer nicht über ausreichendes Vermögen verfügt oder sich entsprechend abgesichert hat, fällt daher bei Berufsunfähigkeit in ein tiefes finanzielles Loch. Selbst wenn die Erwerbsminderungsrente in voller Höhe gezahlt wird – was selten der Fall ist -, reicht das kaum, um den bisherigen Lebensstandard aufrecht zu erhalten.

Sich privat absichern mit einer BU-Versicherung

Mit einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung lässt sich das finanzielle Risiko verringern. Gerade für nach 1960 Geborene ist sie wegen des völlig unzureichenden gesetzlichen Schutzes essentiell und daher zu empfehlen. Das Prinzip ist einfach: wenn länger oder dauerhaft Berufsunfähigkeit eintritt, zahlt die Versicherung eine monatliche Rente und zwar in der Regel maximal bis zum Beginn der regulären Altersrente. Diese private Berufsunfähigkeitsrente wird nicht auf eine eventuelle Erwerbsminderungsrente angerechnet und kann daher voll für den Lebensunterhalt eingesetzt werden.

Die Beiträge hängen von vielen Faktoren ab. Eine wichtige Einflussgröße ist natürlich die Höhe der vereinbarten Rentenzahlung, es gibt aber etliche weitere Faktoren: die Laufzeit, das Eintrittsalter, der Gesundheitszustand und die berufliche Tätigkeit spielen ebenfalls eine Rolle. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte in jungen Jahren abgeschlossen werden, dann sind die Beiträge wegen des geringeren Risikos noch vergleichsweise günstig. Die Laufzeit sollte so gewählt werden, dass die Zeitspanne bis zum Renteneintritt abgedeckt ist. Sonst entsteht eine Absicherungslücke. Die Rentenhöhe sollte sich am finanziellen Bedarf orientieren.

Auf sinnvolle Vertragsdetails achten

Was Berufsunfähigkeitsversicherungen oft wenig transparent macht, sind die Vertragsklauseln. Durch sie kann die Leistung im Ernstfall schnell in Frage gestellt werden. Daher reicht auch ein reiner Beitragsvergleich unterschiedlicher Anbieter nicht. Es ist immer ein genauer Blick in die Vertragsbedingungen erforderlich.

Die Versicherung sollte auf jeden Fall den Verzicht auf die sogenannte abstrakte Verweisung enthalten. Sonst kann der Versicherungsnehmer zunächst auf eine andere vergleichbare Tätigkeit verwiesen werden – unabhängig von seinen tatsächlichen Chancen am Arbeitsmarkt. Außerdem sollte die Rente bereits bei mehr als sechsmonatiger Berufsunfähigkeit gezahlt werden, und zwar ggf. auch rückwirkend. Viele Verträge sehen eine Drei-Jahres-Frist vor und leisten nicht rückwirkend.

Berufsunfähigkeitsversicherung Beratung nutzen

Es gibt eine Reihe weiterer Knackpunkte, die zu prüfen sind. Eine kompetente und unabhängig Beratung kann bei der Entscheidung weiterhelfen. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung macht nur dann Sinn, wenn sie im Ernstfall auch greift. Dann sind auch höhere Beiträge gerechtfertigt. Mehr zum Thema finden Sie auch auf berufsunfaehigkeitsversicherung-test.de